Von der Extase und der Liebe zum Nähen – Mein eigener Turnbeutel und eine |Anleitung| zur Handytasche

Hallo meine Lieben,

es meldet sich zurück, eure nähbesessene Rea. Und das ist, leider Gottes, keine Übertreibung! Ich bin wirklich besessen, fragt ruhig den Prinz Charming, der denkt wahrscheinlich ich wurde vom Nähteufel heimgesucht. Seit Samstag ist es derart um mich bestellt. Bis dato hielt mein Nähmaschinchen ihren wohlverdieten Schönheitsschlaf in dem kleinen Eckchen neben der Heizung, den ich leider stören musste, weil ich ein Bastel-Date mit dem Fräulein E. hatte. Und es konnte ja keiner ahnen, dass das Nähen mir immer noch so viel Freude machte, dass unser eigentlich gemütlich geplantes Treffen derart eskalierte! Nach 9 Stunden emsiger Arbeit saßen wir völlig aus der Puste, mit hochrotem Kopf und seltsam hysterisch von unseren endlosen Kicheranfällen (*oh, Rea ist schon wieder auf die Schneiderkreide getreten, wie lustig, hihihi*) in meiner Küche und schauten herab auf die Resultate unserer Ekstase. Ein super süßer Turnbeutel und eine dazu passende Handytasche.Ich bin wirklich total in Love! Heute habe ich ihn schon stolz ausgeführt, und mit einem wissendem Blick in der S-Bahn mein klingelndes Handy aus meinem hübschen Täschchen aus dem passenden Turnbeutel geholt und anerkennend die verunsicherten Blicke meiner Mitfahrenden zur Kenntnis genommen aka. „hat sie nicht gemancht…!“ Ohh doch, hat sie!

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Ich kann euch gar nicht sagen, wie gut mir ein Wochenende mit einer nägbegeisterten Gleichgesinnten getan hat! Die vorherigen zwei Wochen habe ich mich mit einer laufenden Nase und tränenden Augen auf Arbeit, dann auf die Couch und schließlich ins Bett geschleppt, und diese Näheskalation hat mich besser aus meinem Alltagstrott herausgeholt, als jede durchgetanzte Nacht! Herrlich!

Der arme Charmeur musste ganz schön leiden! Der musste dann weit nach Mitternacht noch mein Gekicher ertragen, als ich schließlich im Bett lag und vor lauter Aufregung immernoch nicht schlafen konnte! Aber der soll sich mal nicht beschweren, der hatte schon lange keine so gut gelaunte Freundin mehr. Von einem Ohr bis zum anderen grinsend hab ich ihm mein Werk vorgeführt. Er hatte gerade Besuch von seinen Kumpels, die (jetzt würde ich fast erstaunlicherweise sagen) auch begeistert waren. Wahrscheinlich hatten sie einfach angesichts meines hochroten und verschwitzten Gesichts total Angst etwas falsches zu sagen… Ich war ja schließlich das Nähteufelchen in Person! Naja, der Rotwein hat sein Übriges getan…

Eigentlich bin ich selbst ganz überrascht, wie hochwertig mein Beutelchen geworden ist! Das mit dem Kunstleder war auf jeden Fall die beste Entscheidung meines Lebens. Jetzt muss man nicht ständig aufpassen, wo man seinen Beutel hinstellen darf, oder nicht, jetzt kann ich ihn ja abwaschen… Außerdem habe ich mir schon lange eine Handytasche gewünscht, in die nicht nur mein Telefon, sondern auch ein Ladekanel oder Kopfhörer hinein passen. Und weil die Nacht der Extase so schön war, beschlossen wir gleich noch eins drauf zu setzten, und sofort eine Tasche in dem gleichen Design herzustellen. Das Leben ist so schön!

Zur Feier des Tages gibt es jetzt auch noch eine kleine Anleitung der Handyhülle, die ist ja wirklich so super einfach, das wollte ich mir nicht nehmen lassen, euch das zu zeigen! Wenn ihr auch zu dem Beutel auch eine Anleitung wünscht, dann würde ich daraus noch einmal einen eigenen Post machen, das würde hier sinst den Rahmen sprengen… Dass ich einfach nur nach einem Grund suche, mir einen zweiten zu nähen, muss ja nicht jeder wissen… *irres Kichern*

Ihr braucht:

  • Stoff für Innen und außen
  • Volumenflies
  • Papier, Stifte, Schere
  • Nähmaschine und passendes Garn
  • Nach Bedarf Zierbänder oder Spitze

Schritt 1: der Schnitt

Ihr braucht einen Stift, Papier, und euer Handy. Nun legt ihr dieses auf euer Papier, am besten macht sich hier immer kariertes, und malt ein Rechteck darum herum, an den Seiten mit dem Abstand 1,5 cm und an den Längen zu beiden Seiten 2 cm Platz lassen. Diese Fläche wird anschließend verdoppelt und daran die Klappe angefügt. Dafür zeichnet ihr dir Mitte ein, malt einen Bogen von dem einen Punkt zum anderen, faltet euer Blatt in der Mitte, und übertragt eure Zeichnung. So wird euer Verschluss schön symmetrisch. Das war schon der schwierigste Teil.

Für den kleinen Einlegestoff, der dann eure Tasche innen trennen soll, berechnet ihr die einfache Größe euerer Tasche und zieht in der Höhe 1 cm ab.

Schritt 2: Ausschneiden

Außenstoff, Innenstoff und Volumenflies übereinander legen (Vorsicht, faltenfrei!), den großen Schnitt aufstecken, die Kanten nachzeichnen und mit Nahtzugabe ausschneiden. Verzeiht bitte, dass ich keine Stifte malen kann! Naja, es ist noch kein Picasso vom Himmel gefallen, nicht wahr?!

Jedenfalls verfahrt ihr genauso mit dem Trennstoff für das Innentäschchen. Nur, dass ihr hier zweimal den Innenstoff und das ohne das Flies verwendet.

Schritt 3: Nähen und Wenden

Wir fangen mit der kleinen Taschentrennung in der Mitte an. Ihr näht nun auf der Linie, die ihr euch zuvor um den Schnitt herum aufgemalt habt. Aber Vorsicht! Um das gute Stück nachher zu wenden, muss eine kleine Lücke bleiben! Nun kriecht ihr mit zwei Fingern in euer Genähtes, umfasst die gegenüberliegende Ecke, zieht daran und wendet das ganze! Anschließend wird die Öffnung mit einer Steppnaht geschlossen, wer auch diese verstecken möchte, kann ein Zierband darüber legen…

Im Prinzip gehen wir mit dem großen Stück Tasche genauso vor. An dieser Stelle muss jedoch noch schnell die Verzierung eingeschoben werden. Wenn ihr nun noch so etwas wie Spitze etc. anbringen wollt, müsstet ihr es jetzt auf dem Außenstoff tun, damit später alle Kanten und Nähte versteckt sind… Nun verfahrt ihr wie gehabt. Steckt die Stoffe mit der schönen Seite aufeinander und den Volumenfließ zu oberst. Man näht auf der gezeichneten Linie, lässt eine etwa 3 cm große Lücke und wendet anschließend alles. Wen ihr bei diesem Schritt das Gefühl habt, euch würden die Finger abbrechen, dann habt ihr alles richtig gemacht. Also keine Angst!


Genau in diesem Moment kamen dann der Prinz Charming und seine Freunde in die Küche herein, um sich zu verabschieden, es war ja schließlich schon weit nach Mitternacht. Völlig fasziniert stellten sie sich um unseren Küchentisch, an dem wir in Textilen, Garnen und Nähirrsinn praktisch versanken! Sie wollten genau sehen, wie ich diesen Klumpen Stoff in einer wunderschöne Tasche verzaubern würde. Irgendwie fühlte ich mich dabei wie ein großer Zirkusdompteur, der lauter Uuuhs und Ahhhs erwartend sein Meisterstück vorführt. Doch dauernd fielen Nun ernüchternde Sprüche, wie „Rea, du kannst es ruhig zugeben, das sieht total falsch aus!“ Oder „Das wird doch nie was, das wird, wenn überhaupt, ein riesengroßer Handschuh!“ *pfffft* Ungläubige eben!

Schritt 4: und nochmal Nähen

Um die Handyhülle nun zu schließen, nähen wir seitlich zwei Steppnähte. Dazu klappen wir das untere Drittel der Tasche nach oben und schieben unsere „Trennwand“ dazwischen. Das ist alles jetzt nur noch super easy. Knopf dran, Knopfloch rein, glücklich sein!

Et Voilá! Fertig ist unsere superschöne und ultra praktische Handytasche! Ich wünsche euch viel Spaß beim nachnähen oder auch nur Fotos ansehen! Ich hoffe, man kann die Anleitung verstehen, wenn ihr Fragen habt, dass schreibt mir ruhig!

Und jetzt bleibt mir nicht mehr viel zu sagen, außer liebe Grüße an die anderen Freizeithipster da draußen auszurichten, denn der Turnbeutel ist schließlich auch noch bei mir angekommen!!! Selbst mich konntet ihr mit diesem unmöglichen Trend kriegen, Respekt! ❤

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13 Gedanken zu “Von der Extase und der Liebe zum Nähen – Mein eigener Turnbeutel und eine |Anleitung| zur Handytasche

  1. *kreeiiiiisch* Rea meine Süße!! ❤ Ich bin ganz hin und weg, sieht das TOLL aus!! Ich find es super schön wie du das alles beschrieben hast und vorallem dass du auch das Nähen so für dich entdeckt hast! Man kann einfach soooo viel damit anstellen, gell ;D
    Ich liebe einfach deinen Schreibstil :’D Pass auf, gleich hat mich dieser Hipster Turnbeutel auch angesteckt und ich näh mir irgendwann auch einen ^o^ Jedenfalls sind deine Sachen wirklich zuckersüß geworden und können sich echt sehen lassen! Ich würde es sofort kaufen 😀 😀

    Wie immer ein wundervoller Post meine Liebe ❤
    Fühl dich gedrückt und hab noch ein schönes WE :*
    Deine Duni

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    1. *Jubel*, ich freue mich so sehr über deinen Kommentar! Du süße!
      Danke für deine lieben Worte, und tja, was soll ich sagen, ich habe ja auch das beste Vorbild gehabt! 😘
      Ich bin immer noch so glücklich, dass du nicht aufhörst, das wäre sehr schlimm für mich gewesen! ❤️
      Dein Adventskalender ist zum Dahinschmelzen! Am allerschönsten ist der Ast, ich hab mich jetzt auch schon mit einer Freundin zu einem Wir-gehen-einen-Ast-suchen-Treffen verabredet, als mir nach deiner Schilderung klar wurde, dass das wohl ein längeres Unterfangen wird! 😂 vielleicht springe ich aus Verzweiflung auch noch auf einen Kleiderbügel um, wir werden mal sehen, was unser Wald so zu bieten hat!
      Es war mir, wie immer, eine Freude, deinen wunderschönen Post zu lesen. Und wieder saß ich kichernd in der Bahn!
      Ich drücke dich ganz herzlich,
      Rea ❤️

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    1. Wir teilen die „Mähleidenschaft“! 😂
      Danke du süße! ❤️ ich habe leider nach keiner Anleitung genäht, ich hab mir nur mal den einer Freundin genauer angeschaut… Wenn du möchtest, suche ich dir aber noch eine raus aus den weiten Ozean des Internets! 😘
      Ansonsten werde ich vermutlich bald noch eine Anleitung dazu posten…
      Fühl dich gedrückt,
      Rea

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  2. Was ein herrlich lebensfroher Post 🙂 Danke dafür! Ich mag die Turnbeutel noch immer nicht, find deinen aber sehr hübsch ♥ Und das passende Handytäschlein auch. Ich hab ja eine Anleitung zum Handytasche nähen auf meinem Blog, jedoch ohne klappe in Hochformat. Nähe aber für mich oder wenn von Kunden gewünscht meine Handytaschen auch genauso wie du deine 🙂 ich finde das irgendwie total schön mit der Klappe und dass eben doch mehr reinpasst. Die Anleitung liest sich sehr gut verständlich. Liebe Grüße

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    1. Hallo meine süße!
      Danke für deine lieben Worte! Das ist Salbe für meine Seele, wenn das von so einem Profi kommt!
      Ja, das mit dem Turnbeutel ist wirklich so eine Sache… Ich kann dich da gut verstehen! ❤️ ich bin ja auch erst kürzlich bekehrt wurden! 😂
      Und *Puhhh* ein Glück, kann man meine Anleitung verstehen, ich hab mir ein bisschen Sorgen gemacht!
      Ganz liebe Grüße!!!
      Rea

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  3. Wuahhh, Rea, was hast du denn für einen coolen, süßen Blog und überhaupt! So ein Händchen fürs Kleine, Schöne und für Kunstleder 😉
    Ich bin total begeistert. Bei mir arten Nähorgien immer in Wutanfälle, Rückenschmerzen und extrem hässliche Krumpelnähte aus. Ich bin echt neidisch.

    Dass dein freund eine gut gleaunte Freundin hat, kann ich mir schon vorstellen. Weil wenn man so etwas fertig hingebracht hat, ist man einfach überglücklich. Naja, wäre ich, wenn ich es könnte 😀

    Haha und die Blicke in der Bahn hätte ich gerne gesehen. Passendes Täschchen zum Beutel – der Overkill 😀

    Liebste Grüße,
    Stefanie

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    1. Meine liebe Stefanie! ❤️
      Danke, für deinen super süßen Kommentar! Es macht mich überglücklich das zu lesen!!! Du bist so lieb!
      Ich hab gerade bei dir vorbei geschaut und bin auch ganz hin und weg. Bei deiner Popokultur musste ich echt lachen! 😂 jetzt aber ernsthaft, die Laubgirlande gefällt mir super gut!!!
      Ich schaue gleich mal nach, ob man dich auf bloglovin finden kann… 😘
      Hab eine schöne Woche und fühl dich gedrückt,
      Rea ❤️

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    1. Meine Liebe!
      Vielen, vielen Danke!!! 😘😘😘
      Die Kommentar hat mich heute beim Aufwachen schon so glücklich gemacht! Bei dem Namen musste ich so lachen! So etwas passiert einem einfach zu schnell! 😂 ich komme gleich mal bei dir vorbei und stöbere mich ein bisschen durch!
      Allerliebste Grüße und ein wunderschönes Wochenende,
      Rea

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