| Veräppelt #2 | Apfel-Crumble zum Dahinschmelzen

Hallo ihr Lieben!

Es meldet sich zurück, eure apfelbesessene Rea!

In meiner Küche steht immer noch ein riesiger geflochtener Korb gefüllt mit Äpfeln, deren Stimmen mir unablässig ins Ohr flüstern, iss mich, Koch mich, lieb‘ mich! Ich kann natürlich nicht widerstehen und mache alles, was die kleinen Monsterchen von mir verlangen… Letzte Woche habe ich Marmelade aus ihnen gekocht (hier geht’s zum Rezept) und diese Woche war mir nach einer Nachspeise.

Übrigens gibt es tatsächlich genau ein Apfelgericht, dass ich absolut nicht leiden kann! Das ist der Bratapfel. Das alles beruht auf einem tief vergrabenen Trauma. Klein-Rea hat zum ersten Mal Bratapfel gegessen, nachdem ihre Eltern stundenlang mühevoll in der Küche standen. Alles war fein, der erste und zweite Happen, bis sie auf den Rest eines Gehäuses biss. Mit dem Würgereiz kämpfend spuckte sie es schließlich aus, zurück in den großen Topf, das Abendessen ihrer Eltern. Da war das Geheule groß, das könnt ihr mir aber glauben! Dabei müsst ihr einfach wissen, dass ich jede unvorhergesehene Konsistenz abgrundtief verabscheue! Wurstzipfel, zu dicke Orangenhaut und unpürierter Kürbis sind für mich ein echter Brechfaktor!

Ich erinnere mich jetzt daran, weil mein Liebster Prinz Charming und ich gestern eine dieser Auseinandersetzungen hatten. Er hatte Lust auf Bratapfel und wollte ja selbstverständlich, dass ich sie ihm Backe… „Aber Reeeea, du kannst das doch so toll! Ich hab sowas noch niiieee gemacht!“ Da ich dieses Gericht aber, wie ihr ja jetzt auch wisst, wie die Pest hasse, hat meine innere Emanze promt den Mittelfinger gezückt. Diskusionsbestandteil war, dass Apfelcrumble ja eigentlich ziemlich ähnlich wäre, was aber nicht stimmt, meine Freunde, ich kann nämlich in meiner Backform nicht einen klitzekleinen Rest eines Gehäuses erkennen! Schließlich schwiegen wir uns eine halbe Stunde an, er arbeitete ein bisschen und ich scrollte ziemlich beschäftigt Pinterest herunter, bis jeder von uns beiden den Vorfall vergessen hatte..

Im Prinzip gibt es aber nichts einfacheres auf dieser Welt, als die Zubereitung von Apfelcrumble… Ihr braucht also nur eine:
eingefettete Backform,

4 große Äpfel (etwa 500g),

Zimt und

für die Sträusel: 100 g Butter, Zucker und Mehl.

So, meine lieben Zuckermäulchen, tropft euch schon der Zahn? Dann seid ihr bestimmt begeistert, wenn ihr hört, dass ihr euch jetzt vor eure Lieblings-Schnulze setzen und dabei die Äpfel schälen und schneiden dürft… Dabei stellt ihr schonmal die Butter raus, die sollte nämlich später handwarm sein.

Wunderbar angekitscht vom Herzkino der Zdf-Mediathek, Bridget Jones oder Shades of Grey, kann man sich ja nicht wirklich mehr konzentrieren. Aber keeeeen Problem, meine heißgelaufenen Freunde, es heißt jetzt nur noch: Form einfetten (es reicht auch ein einfaches Blech) und Streusel zusammen manschen. Entweder ihr tut dies mit der Hand, was gut ist, weil die Butter von eurer Hand erwärmt wird, und sich so besser mit Zucker und Mehl verbindet. Meine Butter hab ich einfach schnell in den aufheizenden Ofen gelegt, und dann kurzerhand mit in die Rührmaschine geschmissen. Hat auch prima funktioniert!

Nun nur noch die Äpfel in die Form, die Streusel und bloß nicht vergessen der Zimt!!! obendrauf und ab geht es in den Ofen bei 200 bzw. 180 Grad für 30-40 min. Wenn man möchte, kann man alles noch mit ein paar Mandelsplitter on top verfeinern.

Dass ich Äpfel liebe, daraus kann man ja nun keinen Hehl mehr machen… Obwohl, wiegesagt der benannte Korb noch in meiner Küche steht und mir verheißungsvoll ins Ohr flüstert, bringt mir meine Tante dieses Wochenende eine ganze Ladung neuer mit! Seit neuestem sehe ich auch jeden Morgen auf dem Arbeitsweg eine kleine Hutzelomi, die ganz allein auf einem riesigen Parkplatz in einem 2qm großen Stand Massen an Äpfeln verkauft. Mitten im Plattenviertel, direkt vor Kik. Bisher habe ich noch nie jemanden etwas kaufen sehen und hatte schon Mitleid, aber gestern bot sich mir ein herrlicher Anblick! Denn sie verkaufte auch wunderschöne bunte Schnittblumen. Und da standen die alten Herren der Schöpfung Schlange! Sie hatten augenscheinlich beschlossen ihrer Uschi zu Hause eine Aufmerksamkeit mitzubringen… Ich habe ja schon Angst, dass mein Leben mit dem lieben Charmeur einmal von Eintönigkeit und Gewöhnung überschattet wird und eine Art Gleichgültigkeit entsteht. Wenn er aber einer der Sorte ist, die mir im Alter noch Schnittblumen kauft, dann werde ich so wild vor Freude im Kreise springen, dann meine langen Röcke hochfliegen und mein Stock um mich herum wirbelt. Und ja, ich werde in 45 Jahren eine hutzelige Hexe mit Warzen und Buckel sein! Das könnte natürlich etwas eigen herüber kommen, damit muss sich mein Prinz Charming aber einfach abfinden… *hust* Ich möchte schlißlich noch lernen, wie man auf einem Besen fliegt!

Jedenfalls, ist der Kopf dicker, als der Hals, das hat schon meine Tante gesagt. Ich habe mich verquatscht, und euer zartschmelzendes Apfel-Gericht dürfte nun schon ganz herrlich aus dem Ofen duften! Diese Momente sind mir beim Backen ja eh die Liebsten!

Wenn sich die Streusel oben nun goldbraun verfärbt haben, dann dürft ihr euren Apfelcrumble herausnehmen. Die Streusel sind weich, die oberen kross, und die Äpfel etwas breiig, aber im positiven Sinne…  Und alles duftet wunderbar nach Zimt. Um die Verführung nun zu komplettieren, serviert ihr am Besten Schlagsahne, Vanilleeis, oder -Soße dazu! Mein lieber Prinz Charming hat so viel und schnell gegessen, bis ihm schlecht war!

Der/die/das Apfelcrumble ist auf jeden Fall ein tolle Gelegenheit den Herbst so richtig willkommen zu heißen! Mein kleiner Prinz und ich waren vorgestern einkaufen und brauchten neben derlei Essen noch eine Plastikwanne. Wichtig ist, dass uns dabei horrormäßig kalt war! Deshalb machten wir auch kurzen Prozess und kauften einfach zwei davon. Eine Violette für die Lady und eine Weiße für den Herren. Wir brauchten sie um, man kann es sich sicherlich schon denken, genau, die Füße hinein zu stellen! Und daraus wurde ein richtig verkuschelter Herbstabend. Apfeltee und Apfelcrumble frisch aus dem Ofen, die Füße wie Oma und Opa im heißen nach Tanne riechenden Wasser, aber wohlgemerkt jeder in seiner eigenen Wanne, und beschäftigt mit einem spannenden skandinavischen Krimi! Wunderbar! Hätte uns jemand durchs Fenster beobachtet, würde er denken, wir hätten einen Spa aufgemacht… Auch so könnte ich mein gesamtes weiteres Leben zubringen und müsste vielleicht doch keine gruselige Hexe werden, um zufrieden zu sein.

Weil wir nur zu zweit waren, wurde die Form jedoch nur halb leer. Trotz Brech-Warnungen von Seiten meines Freudes auf Grund von Überfressung… Das war toll, weil ich mir so noch zwei Morgende meine Äpfel hab schmecken lassen können. Mein erster Gedanke beim in die Hauslatschen schlüpfen: „Rea, schmeiß den Ofen an, das Apfelcrumble schreit nach dir!“ So hab ich es mir jeden Morgen beim Duschen heiß gemacht, eingepackt und dann meine kleinen Lieblinge im Zug verspeist!

 

So, meine lieben Zuckermäulchen! Ich wünsche euch nun noch einen sonnigen Tag! Ich sitze gerade im Zug im grauen Nieselregen, und weit und breit ist nichts zu sehen, außer dicken Nebel. Ich frage mich ehrlich, womit ich den lieben Wettergott heute wieder verärgert habe…

Nichtsdestotrotz bleibt uns ja hoffentlich unser sonniges Gemüt erhalten. Da kann ich nur empfehlen: auf die kleinen Stimmchen aus dem Fruchtkorb hören, Apfelcrumble essen und skandinavische Krimis gucken!

In Liebe, eure Rea ❤️

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9 Gedanken zu “| Veräppelt #2 | Apfel-Crumble zum Dahinschmelzen

    1. Meine liebe Michi,
      Vielen Dank! Das freut mich wirklich sehr, dass es dir gefällt! Äpfel sind einfach etwas tolles und sooooo lecker, *schnurr*!
      Ich wünsche dir ein schönes Wochenende ❤️, Rea

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  1. Meine zuckersüße Rea!!
    also zualler erst einmal: Dein Apple Cumble sieht wahnnsinnig – pardon – geil aus! Und ich hab jetzt so richtig Lust mich direkt in die Küche zu stellen und loszulegen! Das sieht alles schon so herbstlich und kuschelig aus ich fühl mich gleich wie Zuhause, toll!!

    Und ich musste so lachen als ich die Story mit dem Bratapfel gelesen habe ♥ Das hat mir ja innerlich auch etwas Leid getan wie die Klein-Rea da unerwartet in das Gehäuse gebissen hat, aber ich weiß ganz genau was du meinst… mir verdirbt das auch ALLES wenn ich auf etwas unerwartetes beiße *brrrr* Aber Bratäpfel find ich trotzdem super lecker ^.^

    Danke für den süßen und unterhaltsamen Post meine Liebe ♥
    Ich wünsch dir noch eine schöne Restwoche,
    deine Duni :*

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    1. Meine allerliebste Duni,
      Danke für deinen sooooo lieben Kommentar! Mir ist vor Glück ganz die Puste ausgegangen! Und ich freue mich, dass er dir gefallen hat… Das mit den unerwarteten Konsistenzen ist so eine Sache… Früher fand meine Freundin das immer einfach nur lächerlich, wenn ich meine Wurst nicht aufgegessen habe, und dann musste ich mich immer rechtfertigen, was ich denn für erste-Welt-Probleme hätte. *schnief* aber mittlerweile ist auch sie schon dran gewöhnt…
      Ich stelle mir gerne vor, wie du mein Rezept bäckst, ich werde vor allem deine Wölkchen-Kekse ausprobieren! Da gehe ich vollkommen mit, dass die gaaaar nicht dick machen können, weil sie sowieso nur aus Luft bestehen! Ein wirklich schöner Gedanke!
      Ich wünsche dir eine gute Nacht und freue mich schon jetzt wieder auf Dienstag!
      Liebste Grüße, Rea

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  2. Liebe Rea,
    war eben etwas in deinem Blog stöbern… du schreibst so erfrischend …, mag gar nicht aufhören zu lesen …mach weiter so … Ganz toll ..und leckere Rezepte …Mmmmhhhh. Deine Bloginspiration schließt ihren Blog..wusstest du das ? Das ist so schade ….

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    1. Meine Liebe! Ersteinmal einen ganz dicken Drücker für deine lieben Worte, das freut mich so!!! ❤️
      Ja, leider habe ich das auch schon gelesen… Aber umso mehr freue ich mich schon auf den neuen Blog, der wird bestimmt ebenso toll!
      Hab einen schönen Tag und ein noch schöneres Wochenende! 😘
      Liebste Grüße! Rea

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